WIR ÜBER UNS

Preisrichtervereinigung für Kaninchenzucht
Württemberg und Hohenzollern



1.Vorsitzender
Gerd Kern
Staubstr. 13
73329 Kuchen
07331/81530 oder 0171/7859769
gerd.kern@web.de





Aus der Geschichte unserer Vereinigung

Zuerst gingen Süd und Nord getrennte Wege

Bereits um die Jahrhundertwende hatten Kaninchenzüchter das Anliegen, in ähnlicher Weise wie bei den Großtieren, ihre Kaninchen bewerten zu lassen. Aus diesem Grunde betätigten sich nach und nach erfahrene Zuchtfreunde der Bewertung. Zu Hilfe kam ihnen dabei der schon vorhandene Württembergische Standard. Dieser ermöglichte bereits, wenn auch nicht in der heutigen präzisen Form, die Qualität der Kaninchen festzustellen und in Preisen abzustufen.
Da es im Laufe der Jahre immer mehr Kaninchenzuchtvereine gab, wollten die Züchter auch im Bewerten eine feste Ordnung. Es wurde deshalb im Jahre 1920 in Schwenningen eine Vereinigung für Kaninchenpreisrichter gegründet. Ihr gehörten 15 Zuchtfreunde an, von denen der heutigen Generation noch einige bekannt sind: Max Samrock, Hans Irion, Paul Schlenker und Reinhard Storz. Der erste Vorsitzende war Wilhelm Lauffer.
Auch im Stuttgarter Gebiet walteten einige Zuchtfreunde des Preisrichteramtes, doch es kam erst im Jahre 1924 zur Gründung einer Preisrichterselektion. Ihr Vorsitzender war Adolf Heinz. Diese Gründerzeit ist mit Namen verbunden wie Hugo Frech, Jakob Wieland, August Bauer, Gustav Kurz, Gottlob Schock und Eligius Maier.
In den folgenden Jahren wurden Kurse zur Ausbildung zu Preisrichtern durchgeführt und eigene Ausstellungen von Tieren der Preisrichter abgehalten. Die Aufnahmebedingungen für diese Ausbildung waren sehr streng. Die Kursgebühr betrug 5,00 RM. Allerdings erhielten die Preisrichter damals schon für ihre Tätigkeit den stolzen Betrag von 15,00 RM, zuzüglich der sonstigen Kosten (Fahrgeld, Essen usw.)

Gesamtwürttembergische Preisrichtervereinigung

Zwischen den Jahren 1926 und 1928 wurde eine gesamtwürttembergische Preisrichtervereinigung gegründet. Ihr gehörten die Mitglieder der Gruppe I Schwarzwald und die der Gruppe 2 Stuttgart an. Weitere Gruppen gab es also noch nicht. So blieb es bis zum Kriegsende 1945.
Bedingt durch die Zonengrenzen konstituierten sich 1946 Gruppen als eigene Vereinigungen: Vorsitzender der Südwürttembergischen Preisrichtervereinigung wurde wieder Wilhelm Lauffer und die Nordwürttembergische Preisrichtervereinigung übernahm ebenfalls wieder Adolf Heinz. Beide Gruppen schlossen sich 1952 zur Württembergischen Preisrichtervereinigung zusammen und wählten Karl Grathwohl zum ersten Vorsitzenden, Wilhelm Lauffer und Adolf Heinz zu ihren Ehrenvorsitzenden. Aufgrund der damals schlechten Verkehrsverbindungen und der großen Entfernungen war es sinnvoll, die Vereinigung in drei weitere Gruppen aufzuteilen. Es kamen hinzu die Gruppe 3 Heilbronn, Gruppe 4 Göppingen und die Gruppe 5 Ulm-Heidenheim (die heutige Gruppe Ostalb).
Wegen der großen Mitgliederzahl teilte sich die Gruppe Stuttgart am 20.März 1977 auf. Der südliche Bereich besteht heute als Gruppe Schönbuch. Damit hat die Preisrichtervereinigung Württemberg insgesamt 6 Gruppen mit derzeit 127 Mitgliedern, 93 Preisrichter, 4 Hilfsrichter, 5 Anwärter, 17 Passive und 8 Ehrenmitglieder.
Albert Maute wurde im Jahre 1961 zum 1.Vorsitzenden der Württembergischen Preisrichtervereinigung gewählt. Er hatte dieses Amt bis zum 7.März 1993 inne. Albert Maute ist am 21.August 1994 gestorben.
Vom 7.März 1993 bis 3. März 2002 folgte dann Erwin Besenfelder aus Ravensburg als 1. Vorsitzender. Seither ist er Ehrenvorsitzender.
Seit 3.März 2002 führt Erich Pretz aus Eppingen als 1. Vorsitzender die württembergischen Preisrichter.

Noch einige interessante Begebenheiten

Es gibt noch eine interessante Urkunde aus dem Jahre 1902. Bei der damaligen gemeinsamen Ausstellung der Kaninchen-, Geflügel- und Vogelfreunde Bissingen erhielt ein Englischer Widder einen ersten Preis. Die Urkunde nennt sich „Diplom“ und ist neben dem Vorstand als Ausstellungsleiter auch von einem Preisrichter unterzeichnet. Ein Beweis dafür, dass sich die Kollegen damals schon diese Bezeichnung zugelegt hatten.
Aus der Nachkriegszeit verdient Erwähnung, dass im Januar 1948 sowohl in Nord-Württemberg als auch in Süd-Württemberg LV Schauen vorgesehen waren. Die Schau in Nord-Württemberg fiel aus, wegen der katastrophalen Futterlage und der weithin bestehenden Schwierigkeiten der Stromversorgung sowie der Transportbeschränkungen. Im Gegensatz dazu fand die Ausstellung in Süd-Württemberg am 17.und 18.Januar 1948 in Tailfingen statt und war mit genau 666 Kaninchen beschickt. Es wurde nach dem System „gleiche Punkte = gleicher Preis“ bewertet. Sieben Preisrichter waren auf dieser ersten Landesschau nach dem Kriege tätig, mit zum Teil äußerst umfangreichen Bewertungsaufträgen, wie der Katalog ausweist. Für den Züchterfreund und Preisrichterkollegen Ernst Schneider Tailfingen galt es 171 Tiere zu bewerten. Weiter waren tätig: Wilhelm Lauffer, Schwenningen als Obmann, Max Samrock Schwenningen, Jakob Maute Tailfingen, Preisrichterkollege Ott Hundersingen und Hans Jordan Meckenbeuren.
Preisrichter Obmann Heinz von der Vereinigung Nord-Württemberg erklärt anlässlich der Jahreshauptversammlung 1948 folgendes: „Zum Preisrichter müsse man geboren sein. Er bitte deshalb intelligente Züchter sich für diese Laufbahn herzugeben.“

Eppingen, den 09.02.2007













Nachruf

Erich Pretz
Nach langer, schwerer Krankheit verstarb unser Zuchtfreund Erich Pretz am 14.10.2018 im Alter von 77 Jahren. Schon als Jugendlicher beschäftigte er sich mit rasselosen Kaninchen. Im blühenden Alter von 20 Jahren fand er 1961 als Mitglied des KlZV Z 5 Backnang den Weg zur organisierten Kleintierzucht, zunächst als Rassetaubenzüchter. Von 1963 bis 1985 widmete er sich dann mit großer Hingabe und ebenso großen Erfolgen der Kleinchinchillazucht. Doch schon 1973 fand Erich Pretz zu seiner absoluten Lieblingsrasse, den Englischen Schecken. Fachliche Kompetenz, Weitblick und Zielstrebigkeit gehörten zu den allseits bekannten Qualitäten des Oberbürgermeisters a.D., der von 1980 bis 2004 die Geschicke der Stadt Eppingen im schönen Kraichgau lenkte. Und auch im Hobbybereich konnte er auf eine einmalige Karriere zurückblicken. Denn im Verein Z 5 Backnang bekleidete er seit seinem Eintritt bis 1966 das Amt des Pressewarts. In den Jahren 1969 bis 1980 leitete er dann als Vorsitzender die Geschicke des KV Schwäbisch Hall, dessen Mitglieder Erich Pretz schon vor langer Zeit zum Ehrenmitglied ernannten. Unter seiner Regentschaft erfolgte u.a. der Zusammenschluss der bis dahin getrennten Kreisverbände der Kaninchen- und Geflügelzüchter. Auf seine Initiative ging auch die Gründung des KlZV Z 522 Untermünkheim im Jahr 1973 zurück, dessen Vorsitz er bis 2009 innehatte. Im Rahmen seiner Verabschiedung wurde Erich Pretz zum Ehrenvorsitzenden des Vereins ernannt. Mit 60 Mitgliedern gehört der KlZV Z 522 Untermünkheim noch heute zu den Aktivposten im LV Württemberg-Hohenzollern. In Untermünkheim war er von 1969 bis 1980 Bürgermeister. Selbstverständlich war Erich Pretz auch langjähriges Mitglied im Schecken-Club Württemberg-Hohenzollern. Die Preisrichterlaufbahn schlug er im Jahre 1971 als Mitglied der Gruppe Heilbronn ein. Seit seiner Prüfung im Jahre 1973 war das kompetente Urteil von Erich Pretz im gesamten Bundesgebiet gefragt und geachtet. Auch im Kreise der Preisrichter wurde man sehr bald auf seine herausragenden menschlichen Qualitäten und Fähigkeiten aufmerksam. So wurde er 1993 zum 2. PV-Vorsitzenden gewählt. Die Nachfolge von Erwin Besenfelder als Vorsitzender der PV Württemberg-Hohenzollern trat er im März 2002 an. Das Amt des PV-Vorsitzenden übte er bis März 2012 mit großer Hingabe aus. Doch leider musste er auch diese Funktion in der langen Reihe seiner unterschiedlichsten Ehrenämter aus gesundheitlichen Gründen niederlegen. In Würdigung der langjährigen und ebenso wegweisenden Vorstandsarbeit wurde Erich Pretz bei der DPV-Bundestagung 2012 in Schöneck, LV Sachsen, zum Ehrenmitglied des Deutschen Preisrichter-Verbandes ernannt. Ein unbedingt erwähnenswerter Höhepunkt seines bewegten Lebens trug sich im Oktober 2004 zu, als er durch Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch mit dem Verdienstorden am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland („Bundesverdienstkreuz“) ausgezeichnet wurde. Der LV Württemberg-Hohenzollern würdigte sein langjähriges Engagement mit der Ernennung zum LV-Ehrenmitglied im Rahmen der Jahreshauptversammlung 2016 in Schwäbisch Gmünd.
Mit Erich Pretz haben wir einen großartigen Freund, Züchter und Funktionär verloren. Wir werden sein Andenken stets in Ehren halten. Unser aufrichtiges Mitgefühl gilt seiner lieben Frau Doris und der ganzen Familie.

ZDRK, DPV, LV und PV Württemberg-Hohenzollern, Preisrichtergruppe Heilbronn, KV Schwäbisch Hall, KlZV Z 5 Backnang, KlZV Z 522 Untermünkheim, Schecken-Club Württemberg-Hohenzollern



Anlage: Bild Erich Pretz